Ein zu hoher Ferritin-Wert kann ein Anzeichen für verschiedene gesundheitliche Probleme sein. Ferritin ist ein Protein, das Eisen speichert und dessen Spiegel ein wichtiger Indikator für den Eisenstoffwechsel im Körper ist. Ein erhöhter Ferritinwert kann auf eine Überladung mit Eisen oder andere zugrunde liegende Erkrankungen hinweisen. Wann also ist der Wert Ferritin zu hoch und was kann man dagegen tun? Mehr hier.
Was ist Ferritin? – Grundverständnis zur Einleitung
Die Rolle von Ferritin im Körper
Ferritin spielt eine wesentliche Rolle bei der Speicherung und dem Transport von Eisen im Körper. Es bindet überschüssiges Eisen und gibt es bei Bedarf frei ab, um den Eisenhaushalt zu regulieren. Ein angemessener Ferritinspiegel ist entscheidend für die Aufrechterhaltung wichtiger biologischer Prozesse wie der Bildung von Hämoglobin, das den Sauerstofftransport im Blut ermöglicht.
Unterschied zwischen Ferritin und Eisen
Während Eisen ein essentielles Mineral ist, das für viele Körperfunktionen benötigt wird, dient Ferritin als Speicherform dieses Minerals. Eisen wird durch die Nahrung aufgenommen und im Blut transportiert, während Ferritin überschüssiges Eisen in den Zellen speichert. Ein hoher Ferritinwert kann daher auf eine erhöhte Eisenlagerung hinweisen, muss aber nicht immer mit hohem Eisen gleichgesetzt werden.
Normwerte von Ferritin – ab wann ist Ferritin zu hoch?
Die normalen Ferritinwerte variieren je nach Geschlecht und Alter. Bei Männern liegen die Werte typischerweise zwischen 30 und 400 ng/ml, während sie bei Frauen zwischen 15 und 150 ng/ml liegen. Werte, die diese Bereiche überschreiten, deuten darauf hin, dass der Ferritinspiegel zu hoch ist und weitere Untersuchungen erforderlich sein können.
Ursachen eines erhöhten Ferritinwerts
Entzündliche Erkrankungen und chronischer Stress
Chronische Entzündungen, wie sie bei Autoimmunerkrankungen oder langanhaltendem Stress auftreten, können den Ferritinspiegel erhöhen. Ferritin fungiert als akute Phase-Protein, das bei Entzündungsprozessen vermehrt gebildet wird. Daher kann ein hoher Ferritinwert auch ohne eine tatsächliche Eisenüberladung auftreten.
Eisenüberladung (Hämochromatose) als Auslöser
Die Hämochromatose ist eine genetische Erkrankung, die zu einer übermäßigen Aufnahme von Eisen aus der Nahrung führt. Dies führt zu einer Eisenüberladung im Körper, die sich in einem erhöhten Ferritinspiegel manifestiert. Unbehandelt kann dies zu Schädigungen von Organen wie Leber, Herz und Bauchspeicheldrüse führen.
Lebererkrankungen und Alkoholkonsum
Lebererkrankungen wie Hepatitis oder Fettleber können den Ferritinspiegel erhöhen, da die Leber eine zentrale Rolle im Eisenstoffwechsel spielt. Zudem kann übermäßiger Alkoholkonsum die Eisenlagerung in der Leber fördern, was zu einem zu hohen Ferritin-Wert führt.
Weitere mögliche Ursachen: Krebs, Infektionen, Stoffwechselstörungen
Bestimmte Krebsarten, insbesondere Leberkrebs und hämatologische Malignome, können den Ferritinspiegel erhöhen. Schwerwiegende Infektionen und Stoffwechselstörungen wie die metabolische Syndrome können ebenfalls zu einem hohen Ferritinwert beitragen.
Symptome von zu hohem Ferritinspiegel
Allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit und Gelenkschmerzen
Ein erhöhter Ferritinwert kann sich durch unspezifische Symptome äußern, darunter anhaltende Müdigkeit, Schwächegefühl und Gelenkschmerzen. Diese Symptome sind oft unspezifisch und können leicht mit anderen Gesundheitsproblemen verwechselt werden.
Anzeichen bei langfristiger Eisenüberladung
Bei einer chronischen Eisenüberladung können schwerwiegendere Symptome auftreten, wie Leberschäden, Diabetes, Herzrhythmusstörungen und Hormonschwankungen. Diese Symptome treten meist erst in fortgeschrittenen Stadien auf, wenn sich das überschüssige Eisen in den Organen abgelagert hat.
Unterschiede zu Symptomen bei Eisenmangel
Während ein hoher Ferritinwert auf eine Eisenüberladung hinweist, sind die Symptome bei Eisenmangel oft gegensätzlich, z.B. extreme Müdigkeit, Blässe, brüchige Nägel und Haarausfall. Das Erkennen der Unterschiede ist wichtig für die richtige Diagnose und Behandlung.
Diagnostik: Wie wird ein hoher Ferritinwert festgestellt?
Wann und warum ein Bluttest sinnvoll ist
Ein hoher Ferritinwert wird in der Regel durch einen Bluttest festgestellt, der im Rahmen routinemäßiger Gesundheitschecks oder bei Vorliegen spezifischer Symptome durchgeführt wird. Ärzte bestellen diesen Test, um auf Eisenstoffwechselstörungen, Entzündungen oder Leberprobleme zu untersuchen.
Weitere Laborwerte, die zur Abklärung wichtig sind
Zur Abklärung eines erhöhten Ferritinwerts gehören oft weitere Bluttests wie die Bestimmung des Eisenwerts, der Transferrinsättigung, der Leberwerte (AST, ALT) und Entzündungsmarker (CRP, ESR). Diese Werte helfen, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren.
Ferritin zu hoch – was sagt der Arzt?
Ein Arzt interpretiert einen hohen Ferritinwert im Kontext der gesamten klinischen Symptome und der weiteren Laborbefunde. Es ist wichtig, die Ursache zu identifizieren, um eine gezielte Behandlung einleiten zu können. In einigen Fällen können zusätzliche diagnostische Verfahren wie genetische Tests oder bildgebende Verfahren erforderlich sein.
Behandlungsmöglichkeiten bei erhöhtem Ferritinwert
Ursachenbeseitigung als erster Schritt
Die Behandlung eines erhöhten Ferritinwerts beginnt mit der Identifikation und Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache. Dies kann die Behandlung von Entzündungen, die Kontrolle von Lebererkrankungen oder die Anpassung des Lebensstils umfassen, um den Ferritinspiegel zu senken.
Therapeutische Aderlässe (Phlebotomie)
Bei einer genetisch bedingten Eisenüberladung wie der Hämochromatose kann eine therapeutische Aderlässe (Phlebotomie) eingesetzt werden. Durch regelmäßiges Blutentnehmen wird überschüssiges Eisen aus dem Körper entfernt und der Ferritinspiegel gesenkt.
Medikamente zur Senkung des Ferritinwerts
In einigen Fällen können Medikamente zur Reduktion des Ferritins erforderlich sein. Eisenchelatoren sind Medikamente, die helfen, überschüssiges Eisen zu binden und aus dem Körper auszuscheiden. Diese Behandlungsmethode wird oft bei Patienten eingesetzt, die keine Aderlässe vertragen.
Ernährung und Lebensstil – was du selbst tun kannst
Eine angepasste Ernährung und ein gesunder Lebensstil können helfen, den Ferritinspiegel zu regulieren. Dazu gehören das Reduzieren des Konsums von eisenreichen Lebensmitteln, der Verzicht auf Alkohol und das Einhalten einer ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse.
Ernährungstipps bei zu hohem Ferritin
Eisenreiche Lebensmittel reduzieren?
Bei einem hohen Ferritinwert ist es ratsam, den Konsum von eisenreichen Lebensmitteln wie rotem Fleisch, Innereien und eisenreichen pflanzlichen Lebensmitteln zu reduzieren. Auch die Einnahme von Eisenpräparaten sollte vermieden werden, es sei denn, sie sind vom Arzt verordnet.
Antioxidantien und Leber
Lebensmittel, die reich an Antioxidantien sind, können die Leberfunktion unterstützen und helfen, den Ferritinspiegel zu senken. Dazu gehören Beeren, grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen. Antioxidantien schützen die Zellen vor oxidativem Stress und fördern die allgemeine Gesundheit.
Fazit
Ein zu hoher Ferritin-Wert kann auf verschiedene gesundheitliche Probleme hinweisen, von Eisenüberladung bis hin zu Entzündungen oder Lebererkrankungen. Es ist wichtig, die Ursache eines erhöhten Ferritinwerts genau zu diagnostizieren, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen. Durch eine angepasste Ernährung, medizinische Interventionen und einen gesunden Lebensstil kann man den Ferritinspiegel effektiv regulieren und langfristige Gesundheitsschäden vermeiden.
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